Darum geht‘s

  • Benennen Sie den Nordstern Ihres Supports: Welchem Leitbild folgen Sie?
  • Holen Sie sich die passenden Leute ins Team, um eine starke Einheit zu bilden
  • Schaffen Sie die Grundlagen fĂŒr reibungslose Workflows
  • Nutzen Sie Auswertungen, weil es bei der Optimierung hilft – nicht weil Sie es analysieren können

Teamleiter, die bei Null starten und ihre Abteilung von Null aufbauen wollen, haben eine wichtige Aufgabe: Ihre ersten Schritte im Support sind entscheidend fĂŒr den zukĂŒnftigen Firmenerfolg. Nun heißt es Workflows mit klaren ZustĂ€ndigkeiten zu definieren und die EntscheidungsfĂ€higkeit Ihrer Agenten (so nennen wir bei Zammad alle Helpdesk-Mitarbeiter) so groß wie nur möglich zu gestalten. Der Aufbau fĂ€ngt mit dem eigenen SelbstverstĂ€ndnis an und hört beim Zuweisen von Tickets noch lange nicht auf. So funktioniert der Prozess in nur sechs Schritten:

1. Kundenservice heißt fĂŒr uns


Die Definition eines erfolgreichen Kundensupports kennt viele Formulierungen. Welche Version auf die eigene Organisation zutrifft, legen Sie individuell fest. Richten Sie Ihren Support und Ihr Team mit Fragen nach den eigenen Werten oder unternehmerischen Zielen aus und formulieren Sie ein SelbstverstÀndnis.

Dieses dient all Ihren zukĂŒnftigen Agenten als Wegweiser (zum Beispiel: „Der Kunde steht an erster Stelle“). Damit erĂŒbrigen sich im Zweifelsfall nĂ€mlich schon Nachfragen und Abstimmungsschleifen, da Ihr Team eigenverantwortlich schnelle Entscheidungen treffen kann.

Lassen Sie sich von diesen Customer-Support-Philosophoen inspirieren:

  • „Wir sind der vertraute Begleiter und unterstĂŒtzen unsere Kund:innen beim Erreichen ihrer Ziele – durch ein einfaches, innovatives Kundenerlebnis, welches den Mensch in den Mittelpunkt stellt.“ - Telekom
  • „We’re not competitor obsessed, we’re customer obsessed. We start with what the customer needs and we work backward. (Wir sind nicht konkurrenzbesessen, wir sind kundenbesessen. Wir beginnen mit den BedĂŒrfnissen des Kunden und bauen darauf auf.)“ - Jeff Bezos, Amazon
  • „Delight customers by putting employees first. (Kunden erfreuen, indem die Mitarbeiter an erster Stelle stehen.)“ - Disney
  • „Actions are bigger than words. (Taten sind grĂ¶ĂŸer als Worte.)“ - McDonald’s

2. Die richtige Motivation als oberstes Ziel fĂŒr den Support

Was logisch klingt, entwickelt sich bei der Suche nach den perfekten Kollegen zu einer zeitraubenden Aufgabe. Eine einfache Jobbeschreibung und plumpes AufzĂ€hlen der Company Benefits zĂ€hlen zum Standard in Stellenausschreibungen – aber Sie suchen ja keinen Standard-Agent, sondern einen wahren Service Hero.. Warum probieren Sie nicht einmal eine etwas andere Job-Bezeichnung aus, um aus der Masse hervorzustechen?

Gesucht: „Head of Kundenliebe“ oder „Problemlösungs-Ninja (m/w/d)“ – eine kreative Beschreibung der Stelle kann der SchlĂŒssel fĂŒr Ihren Erfolg auf dem umkĂ€mpften Stellenmarkt sein. Ganz klar: Dabei sollten Sie nie in Fantastereien und Unwahrheiten verfallen und trotz des kreativen Titels klarmachen, um was fĂŒr eine Stelle es sich handelt.

Definieren Sie Ihren Kundenservice als breites BetĂ€tigungsfeld und heben Sie echte Aufgaben im VorstellungsgesprĂ€ch hervor, um MissverstĂ€ndnisse zu vermeiden. Auch das Durchspielen von Beispiel-Cases sorgt auf beiden Seiten fĂŒr mehr Klarheit. Ein willkommener Bonus von diversen Teams ist es ĂŒbrigens, dass sie aus verschiedensten Perspektiven auf Challenges blicken und noch phantasievollere LösungsansĂ€tze erarbeiten können.

3. Service auf allen KanÀlen

Es ist fast schon fahrlĂ€ssig soziale Medien wie Facebook und Twitter oder Messenger-Dienste wie Telegram als reines Entertainment-Programm fĂŒr Kunden zu sehen. Ganz im Gegenteil: Diese KanĂ€le werden von immer mehr Usern mit Vorliebe fĂŒr kurze Status-Abfragen, Beschwerden, Anregungen oder Kritik genutzt. Das setzt schnelles Agieren von Unternehmen voraus.

Finden Sie heraus, welche Dienste besonders stark von Ihrer Zielgruppe genutzt werden und finden Sie Mitarbeiter mit dem entsprechenden Skillset. Kurz und knackig auf Posts zu reagieren, setzt nĂ€mlich eine andere Kommunikation voraus, als zeitintensive Telefonate zu fĂŒhren.

Tipp: VerknĂŒpfen Sie all Ihre KommunikationskanĂ€le einfach in Ihrem smarten Helpdesk Zammad, um stets den Überblick ĂŒber offenen GesprĂ€che zu bewahren. Hier finden Sie einen Überblick aller Drittsysteme, die Sie mit Zammad verbinden können.

4. Workflows in Schwung bringen

Steht das Team und ist die Basis geschaffen, beginnt die eigentliche Arbeit. AblĂ€ufe, Wordings und Handling mĂŒssen sitzen, um den Kundensupport reibungslos und ĂŒber mehrere Köpfe hinweg einheitlich zu gestalten. Dabei helfen Funktionen wie Textbausteine, Vorlagen und Knowledge-Base-Artikel, die ein Teamleiter vordefinieren kann (und die von allen konstant aktuell gehalten werden sollten). Geben Sie Ihren Kollegen alle benötigten Grundlagen fĂŒr den Einstieg an die Hand, um schnell weiterhelfen zu können.

Beachten Sie, dass sich der Einsatz komplexer Systeme und Software auch auf den Workflow auswirken kann. Mitarbeiter, die an den umfangreichen Tools scheitern und das Potenzial der Programme nicht ausschöpfen können, sind jedoch nicht die Problemquelle. Viel mehr sind die grenzenlosen Features oftmals der Grund fĂŒr ĂŒberforderte Teamkollegen. Weniger ist in diesem Fall mehr: Statt ein System mit unnötigen Add-ons aufzublĂ€hen, sollten Sie nur solche einsetzen, die wirklich nötig sind. Schauen Sie sich hier die beliebtesten Helpdesk-Features an, mit denen Zammad Sie noch produktiver macht.

5. Auswerten mit Verstand

Wenn Sie erste Erfahrungen im Support sammeln konnten, geben regelmĂ€ĂŸige Reports Aufschluss ĂŒber ProduktivitĂ€t, Kundenzufriedenheit und Verbesserungspotenziale. Anhand dieser Informationen richten Sie die Stellschrauben des Supports besser aus (wer ist wann wofĂŒr zustĂ€ndig), damit Ihr Kundenservice auf einem stabilen Niveau bleibt.

Setzen Sie alle erhobenen Zahlen jedoch stets in Kontext, um die richtigen RĂŒckschlĂŒsse fĂŒr Verbesserungen und Optimierungen zu ziehen. Denn nur weil ein Agent lĂ€nger braucht als alle anderen mit seinen Antworten, sind seine Zufriedenheitswerte und das Upselling hinten raus vielleicht doppelt so gut. Jeder Teilaspekt davon ist auswertbar – doch erst im großen Ganzen zeigen sich die wirklich hilfreichen ZusammenhĂ€nge. Legen Sie daher möglichst frĂŒh die wichtigsten Parameter fest, welche durch den Support in Ihrer Organisation gestĂ€rkt werden sollen. (Diese sollten dann auch direkt in die Servicedefinition Ihres Teams ĂŒbernommen werden, z. B. „Kundenservice heißt fĂŒr uns, nie lĂ€nger als 24 Stunden auf eine Antwort warten zu mĂŒssen.“)

6. Mit dem Unternehmen wachsen

Stagnation ist der sichere Untergang. Produkte, Servicepakete und AblĂ€ufe Ă€ndern sich in kurzen AbstĂ€nden, sobald Firmen eine gewisse GrĂ¶ĂŸe ĂŒberschreiten. Damit Neuheiten und Updates bei den Kunden ankommen, gehört es zur Pflicht, Mitarbeiter im Support-Team ĂŒber bevorstehende VerĂ€nderungen zu informieren. Schulungen und Workshops kombinieren Wissensvermittlung und ZugehörigkeitsgefĂŒhl, die eine gemeinsame Entwicklung vorantreiben.

Im Umkehrschluss kann auch Ihr Support-Team immer wieder wichtige Impulse an die Produkt-, Sales- und Marketing-Teams weitergeben, da sie ihr Ohr immer nah am Kunden haben und zuerst mitbekommen, wo es im Getriebe knirscht.

Zusammenfassung

Um ein positives Support-Erlebnis auf Kundenseite zu schaffen, ist nicht nur proaktives Arbeiten* wichtig, sondern auch eine Basis, die dies fĂŒr alle Agenten ermöglicht. FĂŒhren Sie Ihr Team mit starken Talenten, klaren Workflows und gemeinsamen Zielen an. So leben Sie Kundenservice, statt ihn nur pflichtbewusst anzubieten. Denn nur mit eingĂ€ngigen Songs in der Warteschleife wurde noch keine Organisation an Freunde und Kollegen empfohlen.

*Übrigens: Zum Thema „Proaktiver Kundensupport“ erfahren Sie hier mehr.